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Wenn die Demenz laut wird...

  • Autorenbild: Luana
    Luana
  • 27. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Dez. 2025

Es gibt manchmal Tage, die einem zeigen, wie viel Stärke, Geduld und emotionale Präsenz die Pflege manchmal fordert. Man wird mit herausfordernden Verhalten konfrontiert, nicht aus Bosheit, nicht bewusst, sondern aus Angst, Verwirrung und dem Verlust der Orientierung. Trotzdem erschüttert es einem.

Es beginnt ganz harmlos. Man will nur unterstützen. Doch plötzlich kippt die Stimmung. Ein Funke Panik in den Augen, ein Moment, in dem die Person einem nicht als Helferin, sondern als Bedrohung wahrnimmt. Worte werden laut, Bewegungen hektisch, und dann spürt man den plötzlichen Reflex. Nicht stark, aber genug, um einem innerlich zu treffen.

Man schützt sich, ruhig sprechen, Abstand gewinnen, so, wie wir es gelernt haben. Aber das Herz schlägt danach schneller, die Gedanken rasen, und ein Teil von einem fühlt sich verletzt. Nicht körperlich, eher seelisch.

Was am meisten erschöpft, ist nicht die impulsive körperliche Reaktion selbst, sondern das „Warum“. Man weiss, dass es die Demenz war, nicht der Mensch, den man betreut. Aber die Grenze zwischen professioneller Distanz und persönlicher Betroffenheit verschwimmt in solchen Momenten.

Nach der Situation kurz innehalten, tief atmen. Einem selbst erlauben, kurz schwach zu sein, kurz erschöpft zu sein. Das ist wichtig. Man betritt später nochmals den Raum, diesmal vorsichtig, mit sanften Worten. Und da ist er dann wieder: der Blick, der einem nicht erkennt, aber auch nicht mehr bedroht. Nur ein Mensch, der sich in seiner eigenen Welt verliert.

Am Ende des Tages bleibt dieses Gefühl von emotionalem Gewicht. Eine Mischung aus Mitgefühl und Müdigkeit. Aber auch Dankbarkeit dafür, dass man weiss, wie man in solchen Momenten handeln kann. Und dafür, dass man sich trotz allem immer wieder für diesen Beruf entscheidet. Mit Herz, Stärke und Menschlichkeit.

Manchmal sind es genau diese herausfordernden Begegnungen, die einem zeigen, wie wichtig mein Weg ist. Auch wenn er nicht immer leicht ist.



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